Aktuelles / 23.11.2012 Kanada

Kanada, unendliche Weiten in Dimensionen, die wir uns hier in Deutschland kaum vorstellen können! So kam es dann auch, dass nach einem herzlichen Willkommen bei meiner Cousine in Toronto und einigen Tagen Stadtluft, 9 Tage der Reise eher ein Roadtrip wurden. Bei einer Geschwindigkeitsbegrenzung von ungewohnten 100 km/h wurde der Tempomat eingeschaltet und so zogen knapp 4500 km Wälder, Sümpfe, Küste, niedrige Berge, flache Landschaften, einsame Siedlungen, Großstädte und gelegentlich tote Bären an mir vorbei..... Immer in Richtung Osten-durch Quebec und New Brunswick bis an die Grenze von Nova Scotia. Weiter reichte leider die Zeit nicht! Wobei das Fahren auf den Highways, außer zur Rushhour in den Städten, wirklich entspannt war und man die Landschaft bei guter (mitgebrachter) Musik ausführlich genießen konnte! Morgens und abends gab´s täglich frisch Gekochtes vom Lagerfeuer, so richtig in kanadischer Siedler-Tradition. Ein einsamer Campingplatz mit Blick auf das Meer ist schon was Feines. Die Küstenlandschaften von Quebec und New Brunswick erinnerten mich stark an Schottland, außer, dass in Kanada gelegentlich ein Wal zu sehen war und deutlich mehr Menschen direkt an den Straßen ihre Eigenheime bewohnten.

Natürlich wollte ich auch mal ein Indianerreservat sehen. Es war technisch allerdings eine unglückliche Lösung, ausgerechnet ein mitten auf der Grenze nach Maine (USA) gelegenes zu besuchen! Dies hatte eine längere und unangenehme Befragung durch einen kanadischen Grenzbeamten zur Folge und war an und für sich auch eine eher enttäuschende Angelegenheit. Leere Straßen, schlecht in Stand gehaltene Häuser und kaum eine Menschenseele in Sichtweite, dazu ein nicht sehr einladendes Besucherzentrum, waren zu einem längerem Ausflug eher wenig verlockend.

Mich verwunderte auch sehr, dass die riesigen Wälder durchgehend recht jung waren. Mir wurde bestätigt, dass sie, wie ich vermutete, tatsächlich alle abgeholzt wurden. Wenn ein Baum älter als 100-200 Jahre ist, gilt er als Attraktion! Auch die Autoindustrie forderte leider ihren Tribut in großem Maße: Viele Gewässer mussten in den letzten Jahrzehnten unter ihr leiden, ein kleiner Wehrmutstropfen in meinen Augen. Es hat sicherlich auch seinen Grund, warum Kanada aus dem Kyoto-Protokoll ausstieg. Aber dies gehört nicht hierher.

Zum Glück erobert sich die Natur ihr Eigentum immer wieder zurück und gerade der Biber, ein Indikator für gute Wasserqualität und relativ ungestörte Verhältnisse, war sehr häufig anzutreffen!

Ein 3 tägiger Kanutrip im Killarney Provincial Park, teils mit heftigen Winden - und den damit verbundenen Anstrengungen beim Rudern - rundete das leichte Wild-West-Feeling schließlich doch noch ab und gemeinsam mit meiner Cousine und ihrem Mann, konnte ich mit ruhigem Gewissen den Luxus einer einsam am See gelegenen Hütte genießen. Wenige Tage später startete der Flieger leider wieder Richtung Heimat und wie immer war die Zeit einfach viel zu schnell herum!

 

Ich habe unzählige Panoramas geschossen: Diese werden jedoch noch eine Weile bis zur Veröffentlichung brauchen, ich bitte um etwas Geduld und wünsche derweil viel Spaß beim Anschauen der Fotografien!

 

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